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Im Januar 2021 wird erstmals über das von Sidhant Gupta und Utkarsh Goel nach ihrem Abschluß an der Universität Hongkong im Jahr 2019 gegründete Start-Up Open Ocean Engineering (o. Clearbot) berichtet, das einen schwimmenden Roboter entwickelt hat, um Müll aus lokalen Gewässern zu beseitigen.
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Der Clearbot kam im November letzten Jahres auf den Markt und der Mietpreis für das System liegt derzeit bei 2.000 $ pro Roboter und Monat. Ein früher Prototyp aus Aluminium war mit PV-Paneelen und Batterien ausgestattet und wurde mit Hilfe einer Drohne durch das Wasser bewegt, die aktuelle Version ist aus Glasfaser konstruiert.
Der Roboter ist für die Zusammenarbeit in Schwärmen gedacht - in Gebieten wie Häfen, Seen oder Kanälen - und einer oder mehrere von ihnen können in Echtzeit ferngesteuert werden oder auch autonom arbeiten, was besonders betont wird. Im letzteren Fall bewegt sich der Roboter entweder in einem vordefinierten, eingezäunten Bereich hin und her, oder er nutzt seine KI-Visionstechnologie, um verschiedene Arten von Plastikmüll zu identifizieren und zu bergen.
In beiden Fällen wird der Müll durch den offenen Bug des Roboters befördert und sammelt sich in einem Netzbehälter im Inneren. Ein vorderes Förderbandsystem ist in Arbeit, um den Müll noch effektiver zu sammeln. Sobald der Akku des Clearbot schwach wird - oder der Abfallbehälter voll ist - fährt der Roboter zurück zu einer zentralen Andockstation, wo sein Behälter automatisch geleert und sein Akku durch ein solarbetriebenes Ladesystem mit neuer Energie versorgt wird. Eine Batterieladung soll für 48 Stunden Betriebszeit ausreichen.
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Nach Angaben des in Hongkong beheimateten Unternehmens kann der einzelne Roboter bis zu 200 Liter bzw. 250 kg Abfall aufnehmen und innerhalb von acht Stunden die Oberfläche von einem Quadratkilometer Wasser reinigen. Darüber hinaus sammelt er mit einem GPS-Standort versehene Daten über die Arten von Plastik, auf die er während seines Einsatzes stößt, um eine Datenbank zu füllen. Das Dock kann wiederum bis zu vier Roboterladungen Müll aufnehmen, bevor dieser manuell entfernt werden muß. Die ersten Projekte sollen in Hongkong und in Indonesien anlaufen.
Im Juni folgt die Meldung, daß sich Open Ocean Engineering mit der Gaming-Hardware-Marke Razer zusammengetan hat, um ein ansprechenderes Design des autonomen Clearbot zu entwickeln, das skaliert und massenhaft vermarktet werden kann. Außerdem ruft das Start-Up seine Unterstützer dazu auf, Fotos von in offenen Gewässern gesichtetem Müll auf eine firmeninterne Website hochladen, um diese zur Verbesserung des Erkennungsalgorithmus des Roboters zu verwenden.
Zu den aktuellen Informationen über das neue Design des Clearbot Version 2 gehört u.a., daß die Kamera oberhalb des Mülleingangs an der Vorderseite eine Razer Kiyo Pro-Webcam ist, die dem Roboter hilft, Plastikmüll im Meer auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu identifizieren. Und während das frühere System den Müll in einem nachgeschleppten Sammelbehälter aufnahm, sind die Pontons beim neuen Design nach hinten verlängert, so daß der Müllsammelbereich nun Teil des Schiffes ist. Ein Video des neuen Designs in Betrieb wird im August veröffentlicht.
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Im April 2022 wird die neueste Clearbot-Version vom Rotary Club Hongkong getestet und nimmt anschließend seinen Betrieb auf, um einen örtlichen Yachthafen für die Immobiliengesellschaft Sino Group von schwimmenden Abfällen freizuhalten, was gleichzeitig als Praxistest für das Projekt dient. Der aktuelle Müllroboter ist 3 m lang und 1,3 m breit und kann sich mit Hilfe seines elektrischen Antriebssystems mit Vier-Stunden-Akku und LiDAR-Hindernisvermeidung in einem vordefinierten Bereich hin und her bewegen. Der Auffangbehälter am Heck hat eine Kapazität von 200 kg.
Die bei den Aufräumarbeiten gesammelten Daten zeigen allerdings, daß nur 20 - 40 % des gesammelten Plastiks recycelt werden kann, aber solche Informationen könnten den Meeresbehörden helfen, die Flut der Plastikverschmutzung an der Quelle einzudämmen. Im Jahr 2023 wird der Clearbot erstmals in Bihar in Indien eingesetzt, wo er in 15 Tagen 5,5 Tonnen Müll einsammelt. Die weiteren Projekte sind auf der Firmenhomepage aufgelistet.
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Etwas größer ist das im Juni 2024 in der nordöstlichen Region Indiens eingeführte Schiff Version 3, das die neueste Erweiterung der firmeneigenen Flotte autonomer Meeresmüllsammler darstellt. Das eigentlich für die Bekämpfung invasiver Wasserpflanzen konzipierte Gerät ist darauf ausgelegt, bis zu 200 kg schwimmenden Müll pro Stunde einzusammeln. Es hat eine Speicherkapazität von 500 kg an Bord, kann aber mit einem Schleppkahn ausgestattet werden, um seine Nutzlast pro Fahrt auf 1,5 Tonnen zu erhöhen.
Der etwa 4 x 2,3 x 1,7 m große Clearbot verfügt über eine 1080p-Kamera und LiDAR und kann optional mit intelligenten Antikollisionsfunktionen für einen vollständig autonomen Betrieb ausgestattet werden. Er verfügt über ein Förderband an der Vorderseite, um Treibgut aufzusammeln, ist aber auch mit einem speziellen Schneidwerk ausgestattet, um invasive Pflanzen und Unkräuter wie Hyazinthen und Entengrütze zu entfernen.
Der Elektroantrieb des Roboters schafft eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 3 Knoten, und der 3 kWh Akku ist für eine Betriebszeit von bis zu 8 Stunden ausgelegt. Auf der Oberseite installierte Solarzellen können Strom für zusätzliche 4 Stunden liefern. Bei der Müllbeseitigung kann das Schiff bis zu 10.000 m2 pro Tag abdecken, beim Schneiden und Entfernen von Unkraut reduziert sich diese Fläche jedoch auf 2.500 m2.
Das Unternehmen berichtet auch, daß es einen Selbstdocking-Mechanismus für seine gesamte Flotte eingeführt hat, so daß die Schiffe autonom zu Andockstationen mit einer Solarladestation zurückkehren können, um nachzuladen.
Es ist sinnvoll, an dieser Stelle auch auf die anderen Projekte einzugehen, bei denen elektrisch oder solar betriebene Schiffe und Roboter eingesetzt werden, um das Problem des Meeresmülls anzugehen - sowohl an der Oberfläche als auch in der Tiefe.
Einige von ihnen sind in den bisherigen Jahresübersichten schon vorgestellt worden, wie die Unterwasserdrohne 1-001-1 der French International School of Design von 2012; der Trash Interceptor der Firma Clearwater Mills LLC, der in dem Kapitel zur Entwicklung der photovoltaischen Nutzung 2014 aufgeführt ist; die sogenannte SeeKuh, deren Stapellauf 2016 erfolgte; der Waste Cleaner 66 der EFINOR-Tochtergesellschaft Sea Cleaner aus dem Jahr 2019; das EU-finanzierte Projekt SeaClear (SEarch, identificAtion and Collection of marine Litter with Autonomous Robots), das im Januar 2020 startet; sowie die müllsammelnde Roboterqualle des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme (MPI-IS) von 2023.
Bei einer erweiterten Recherche im Zuge des aktuellen Updates ließen
sich aber noch diverse weitere Projekte und Umsetzungen finden, angefangen
mit der 2013 gestarteten Initiative The
Ocean Cleanup des niederländischen Studenten Boyan
Slat, die von Anfang an eine große Medienresonanz erfährt.
Vielleicht wegen der äußerst ehrgeizigen Aussage, daß man innerhalb
von fünf Jahren „die Hälfte des Plastikmülls aus dem Großen Pazifischen
Müllstrudel“ (Great Pacific Garbage Patch,
GPGP) herausfischen will.
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Bei dem Projekt geht es um ein Sammelsystem, das autonom im Ozean Plastikmüll einsammelt, günstig ist und eine deutlich höhere Effizienz hat, als herkömmliche Methoden, bei denen beispielsweise Fischer mit Netzen auf Müllfang gehen. Das Konzept sieht aus wie ein gigantisches V, wobei die beiden schlauchähnlichen Arme, die auf der Meeresoberfläche liegen jeweils 50 km lang sein und in einem Abstand von 4 km mit Gewichten am Boden befestigt werden sollen. An diesen Schläuchen werden Filter befestigt, die den Müll auffangen, der dann in turmähnlichen Behältern gesammelt wird, die alle 45 Tage von Schiffen angefahren und entleert werden. Die Energie sollen PV-Paneele liefern.
Im Jahr 2014 bekommt Slat mittels Crowdfunding durch rund 40.000 Unterstützer eine Summe von 2 Mio. $ für einen Modellversuch zusammen, und ab 2015 wird auch an einem Reinigungssystem für Flüsse gearbeitet, das den Namen Interceptor trägt und ebenfalls solarbetrieben ist. Die Details sind auf Wikipedia ausführlich beschrieben, so daß sich eine Wiederholung erübrigt.
Bis zur tatsächlichen Umsetzung dauert es aber, und erst im September 2018 verläßt ein 600 m langes Ocean-Cleanup-Rohr, System 001 oder Wilson genannt, im Schlepptau eines Versorgungstrawlers San Francisco in Richtung Müllstrudels. Allerdings macht sich ein 18 m langes Teilstück des Cleanup-Geräts selbstständig, weshalb die Mission im Januar 2019 abgebrochen werden muß.
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Ende Juli 2021 startet ein weiterer Test mit einem umkonstruierten, jetzt auf 800 m vergrößerten System 002 oder Jenny, der bis Anfang September läuft. In dieser Zeit ist das System aber nur fünf Tage einsatzbereit, in denen es immerhin 8,2 Tonnen Plastik aus dem Meer entfernt. Später folgen weitere Tests, doch bei allen neun Einsätzen fischt das System nach Angaben von The Ocean Cleanup insgesamt nur knapp 29 Tonnen des auf der Meeresoberfläche treibenden Plastikmüll ab. Angesichts der schätzungsweise 79.000 Tonnen allein im Großen Pazifischen Müllstrudel ein recht bescheidenes Ergebnis.
Immerhin hat die als Stiftung mit diversen Unterfirmen agierende Initiative im Laufe von acht Jahren rund 51 Mio. $ an Spenden ,verbraten’, wie die New York Post im September berichtet. Im Jahr 2022 wird mit dem 2,2 km langen System 003 die bisher größte Meeresreuse vorgestellt, die seitdem im Einsatz ist.
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Die 2016 von Richard Hardiman gegründete Firma RanMarine Technology BV testet den ersten ferngesteuerten Prototypen ihres WasteShark in niederländischen Kanälen, bevor sie den elektrisch angetriebenen Roboter im Rahmen von Hafen-Innovationsprogrammen in Rotterdam vorstellt und ihn 2017 als kommerzielle Version international lanciert.
Die ferngesteuerte oder autonom schwimmende Drohne mit den Maßen 190 x 140 x 45 cm soll pro Fahrt bis zu 60 kg Müll einsammeln und könnte so bei einem Einsatz an fünf Tagen in der Woche jährlich über 15 Tonnen Plastikmüll aus den Gewässern entfernen. Zudem kann der 39 kg schwere Roboter die Wasserqualität testen, Daten wie Tiefe, Salzgehalt, chemische Zusammensetzung, pH-Gleichgewicht und Wassertemperatur erfassen, sowie Öle, Chemikalien und schädliche Algen entfernen, ohne dabei die Tierwelt zu gefährden.
Bei der Entwicklung des Drohnenmodells ließ sich RanMarine vom Walhai inspirieren, einem sich langsam bewegenden, filtrierenden Teppichhai, denn ähnlich wie der Walhai, der mit offenem Maul herumschwimmt, um Plankton und kleine Fische zu fangen, sammelt sein Roboter-Gegenstück Plastikmüll aus einer Tiefe bis zu 30 cm unter der Wasseroberfläche ein. Einmal aufgenommen, wird der Müll zu einer nahe gelegenen Sammelstelle gebracht. Das Gerät kann dabei Entfernungen von bis zu 12 km zurücklegen bzw. 5 Stunden agieren, bevor es wieder aufgeladen werden muß.
Der WasteShark kann über eine Fernbedienung oder ein iPad gesteuert werden oder autonom laufen, wobei seine Bewegungen über GPS-Satelliten verfolgt werden. Er kann auch mit GPS-Punkten programmiert werden, um sicherzustellen, daß er Hotspots abdeckt, an denen sich Müll ansammelt. Zudem ist er mit einem Kollisionsvermeidungssystem ausgestattet, das mit Hilfe von Laserabbildungen nahe gelegene Objekte erkennt und seine Position anpaßt.
Zwischen Januar und Dezember 2018 erhalten das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) und die niederländische Firma Nobleo Techology eine nicht näher bezifferte Förderung, um im Rahmen der Aktivität ,Autonomous Harbor Cleaning’, die vom Europäisches Institut für Innovation und Technologie (EIT) finanziert wird, gemeinsam mit der RanMarine ein autonomes Andocksystems für den WasteShark zu entwickeln. Mit den Algorithmen des DFKI kann die Drohne vom Hafenbecken zu einer Andockstation zurückfinden, wo sie den gesammelten Müll deponieren und ihre LiPo-Akkus wieder aufladen kann. Jetzt wird gesagt, daß der wie ein Katamaran geformte WasteShark bis zu 350 kg Müll auf einmal einsammeln kann.
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Im März 2019 folgt der erste Test im Vereinigten Königreich im Hafen von Ifracombe in Nord-Devon, der in einem Meeresschutzgebiet liegt. Hier wird der WasteShark vom WWF und Sky Ocean Rescue als Teil einer laufenden Kampagne zum Schutz der lokalen Umwelt eingesetzt. Außerdem wird der Roboter in diesem Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeführt.
Anfang Oktober 2020 startet ein bis September 2022 laufendes, EU-finanziertes Forschungsprojekt, bei dem RanMarine die Aufgabe hat, industrielle autonome Oberflächenschiffe zu entwerfen, zu entwickeln und einzusetzen, um so viel Abfall wie möglich zu erfassen. Von den Gesamtkosten in Höhe von knapp 2,3 Mio. € trägt die EU fast 1,59 Mio. €.
Dabei ist von dem „weltweit ersten autonomen Drohnensystem zur Beseitigung von Wasserabfällen“ die Rede, das aus zwei Komponenten besteht, den WasteSharks und dem SharkPod, einer Andockstation bzw. Anlage zur Entladung und Abfallbeseitigung. In den Abschlußberichten wird über einen erfolgreichen 8-stündigen Einsatz der autonomen Drohne, einschließlich Rückkehr, berichtet, sowie über den vollständigen Einsatz von mehreren Drohnen.
Außerdem erfolgt 2020 die Einführung der ersten Roboter in den USA, Südafrika und Australien. Die nächsten Schritte sind 2023 erste Roboter in Südamerika, sowie 2025 die Markteinführung der neuen Version WasteShark Plus (o. WasteShark +). Dem aktuellen Stand zufolge sind weltweit bereits 120 Exemplare des WasteShark im Einsatz. Darüber hinaus werden auf den Homepage neben diversen Fallstudien aus der Praxis noch die Modelle WasteShark + PRO, CyanoShark und MegaShark vorgestellt, die 2026 auf den Markt kommen sollen.
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Sehr viel kleiner sind zwei autonome Boote, die im Februar 2019 auf der Themse in London unterwegs sind. Inspiriert von dem kaum 15 cm langen Kinder-Badewannenspielzeug SMÅKRYP von IKEA, das aus einem Boot und zwei Schöpfeimerchen besteht und die kindliche Feinmotorik unterstützen soll, sammeln die beiden übergroßen Ausführungen Müll aus dem Fluß. Die Aktion ,The Good Ship Ikea’ stammt von der Londoner Kreativagentur Mother, um für die Eröffnung des neuen Möbelhauses in Greenwich zu werben, das nach Unternehmensangaben die bislang am stärksten nachhaltige Filiale ist.
Die beiden 3 m langen ferngesteuerten Reinigungsboote sammeln eine Woche den ganzen Abfall, den sie auf der Themse erwischten, wobei sie pro Stunde rund 20 km Müll aufnehmen. Die Technologie dafür stammt von der 2018 gegründeten chinesischen Firma Orca (o. Orcauboat, orca-tech.cn), einem Start-Up aus Xi’an, das im Vorjahr als Universitätsprojekt an der Northwestern Polytechnical University gestartet war und unbemannte Umweltschutzboote betreibt, die mit Müllsammlern ausgerüstet sind.
Vermutlich handelt es sich bei den Londoner Ausführungen um das kleine Reinigungsboot SMURF mit einer Länge von 2,5 m und einer Breite von 1,6 m. Das elektrisch betriebene Gerät ist KI-Navigation, Greifarmen und einem Korb ausgestattet, der 20 - 50 kg Abfall aufnehmen kann. Nach einer Laufzeit acht Stunden kehrt es autonom zurück zu seiner Ladestation. Ein größeres Modell für Flüsse und Häfen, das auch bei schlechtem Wetter arbeitet, trägt den Namen TITAN (o. WasteWhale).
Nach Ablauf der Aktionszeit spendet das schwedische Möbelhaus die Sammelboote an die Hilfsorganisation Hubbub, die sich der Aufklärung über Plastikmüll widmet. Hubbub zufolge werden pro Jahr allein aus der Themse 300 Tonnen Müll gefischt, zumeist noch manuell.
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Eine jüngere Entwicklung ist die im Juni 2023 von 4ocean als kommerzielles Produkt präsentierte autonome oder ferngesteuerte Wasser-Drohne Pixie für die Reinigung von Küstenlinien, Uferbereichen und Wasserwegen von schwimmendem Müll. Die 2017 von den Surfern Alex Schulze und Andrew Cooper gegründete und in Boca Raton, Florida, beheimatete 4ocean ist ein Unternehmen, das sich der Beseitigung des Plastiks in den Ozeanen widmet, indem es Armbänder u.ä. aus recycelten Materialien verkauft und die Einnahmen für weltweite Cleanup-Operationen nutzt. Bis 2026 hat es eigenen Angaben zufolge schon über 18.144 Tonnen Müll aus Ozeanen, Flüssen und Küsten entfernt.
Die Pixie-Drohne wurde allerdings von dem Partner The Searial Cleaners entwickelt und konstruiert, die im Juni 2021 von Poralu Marine, einem französischen Spezialisten für den Bau von Yachthäfen aus Aluminium, gegründet wurde.
Die Maße der Drohne werden mit 162,5 cm Länge und 115,7 cm Breite angegeben, das Leergewicht liegt bei ca. 35 kg. Pixie sammelt Oberflächenöle und schwimmenden Müll in allen Formen, solange dieser größer ist als 3 mm. Sie ist für den Betrieb in Salz-, Süß- oder Brackwasser ab 30 cm Tiefe geeignet, besitzt eine Videokamera sowie ein Lidar zur Hinderniserkennung bis 30 m und hat ein Fassungsvermögen von 160 Litern, was bis zu 60 kg Müll entspricht. Die Reichweite pro Ladung beträgt 12 km, und bei einer Höchstgeschwindigkeit von 2,9 km/h wird eine Laufzeit von bis zu sechs Stunden erreicht.
Ursprünglich hatte 4ocean auch noch einen 4ocean Collec’Thor sowie einen 4ocean BeBot vorgestellt, die 2025 aber nicht mehr auf der Homepage zu finden sind. Auch über den Einsatz der Pixie-Drohne ist nichts neues zu erfahren.
Weiter mit der allgemeinen Übersicht 2021:
Das Studio des italienischen Designers Pierpaolo Lazzarini stellt im Januar den Konzeptentwurf eines Hybrid-Katamarans vor, der sich sowohl auf dem Wasser als auch an Land bewegen kann. Das amphibische Schiff trägt den Namen Pagurus (o. Crabmaran), ist 24 m lang, 9,2 m breit, 5,2 m hoch und bietet genug Platz für eine 8-köpfige Familie und vier Besatzungsmitglieder und kann dank einer Kranplattform im mittleren Teil der Yacht, die vier elektrische Winden besitzt, auch mit schwerer Fracht beladen werden, sogar mit einem Geländewagen.
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Die beiden Rümpfe, die über eine Brückenstahlkonstruktion miteinander verbunden sind, beinhalten im Inneren die aus je drei Schlafzimmern, Küche und Toilette bestehenden Wohnräume. Über der Brücke plaziert ist ein rundes Turmdeck, von dem aus das Gefährt gesteuert wird, während die Rümpfe und das Dach mit PV-Paneelen bedeckt sind.
Um bei Bedarf mehr Antriebskraft zu erhalten, können die Doppelpropeller der 53 Tonnen schweren Yacht auch von zwei 890 PS starken Dieselmotoren angetrieben werden, die die Pagurus auf eine Höchstgeschwindigkeit von 24 Knoten (44 km/h) bringen. Im rein elektrischen Betrieb soll eine geschätzte Fahrzeit von 6 - 7 Stunden bei einer Geschwindigkeit von 4 Knoten (7 km/h) möglich sein.
Nicht ganz schlüssig ist die Aussage, daß vier ,schraubenförmige Spiralflansche’ mit einer Länge von jeweils 6,5 m und einem Durchmesser von 1,20 m, die unter den Rümpfen installiert und mit einem Transfluid-Getriebe verbunden sind, Energie erzeugen, während sich das Schiff vorwärts bewegt. Damit sollen die sechs Batterien an Bord, jede mit einer Kapazität von 40 kWh, während der Fahrt aufgeladen werden.
Wenn es an der Zeit ist, an Land zu gehen, werden die rotierenden Zylinder um ca. 60 cm abgesenkt und fungieren nun als Schnecken- bzw. Schraubenantriebe, wodurch die Pagurus zu einem Fahrzeug wird, das sich mit einer Geschwindigkeit von 30 - 35 km/h auf Sand oder Schlamm fortbewegen kann. Ein Schutzschild aus Stahl vermeidet Schäden an den Rümpfen.
Das Schiff soll ursprünglich für militärische Zwecke konzipiert worden sein, nun wird es für einen Preis von knapp 30 Mio. $ dem privaten Sektor angeboten - falls sie denn gebaut wird. Eine einfache Carbon-Version mit Doppelstrahlantrieb soll es auf Anfrage zu einem Startpreis von ca. 8 Mio. $ geben.
Lazzarini ist uns bereits 2011 mit dem Elektro-Freizeitboot SeaJet Capsule begegnet; 2016 mit einer mobilen, selbstversorgenden Insel namens UFO und anderen Konstruktionen im Bereich der Maritimen Habitate; wie auch mit einigen äußerst speziellen Fluggeräten, die in der Übersicht der Elektro- und Solarfluggeräte 2017 aufgeführt sind.
Um das Oeuvre des Designers abzurunden, sollen noch einige weitere seiner Entwürfe auf dem Bootssektor vorgestellt werden. So wird z.B. im Oktober 2018 ein Jetski-Konzept für den Freizeitbereich präsentiert, das von einer Vespa 50 Special aus den 1960er Jahren inspiriert ist, und im Juni 2021 erscheint ein bislang beispielloses Design, das kaum mehr an ein reguläres Schiff erinnert.
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Das futuristische Fahrzeug namens Stratosfera Acquatica ist weit mehr als nur amphibisch, denn es soll sich auf dem Wasser, an Land und in der Luft bewegen können. Im Kern handelt es sich um eine ultraleichte Kugel aus Kohlefaser mit einem Durchmesser von 1,65 m, die bis zu zwei Passagiere aufnehmen kann.
In der Wasserversion ist im unteren Teil der Kugel eine ausfahrbare Tragfläche angebracht, und der untergetauchte Teil hat einen sehr niedrigen Schwerpunkt, da er die Akkupacks enthält. Das Foil ist außerdem mit einem Selbstbalancierungssystem ausgestattet, das die Neigung der Kugel während der Fahrt anpaßt und reguliert. Mit zwei 150 PS Elektrotriebwerken ausgestattet kann das Stratosfera mit einer geschätzten Geschwindigkeit von bis zu 30 Knoten über die Wasseroberfläche gleiten.
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Der Zugang zu dem Cockpit erfolgt durch eine vordere Schiebeverglasung oder durch eine Dachluke, während die transparente Windschutzscheibe auch als Display funktioniert und Routen und verschiedene Informationen liefert. Das System kann außerdem für verschiedene Mobilitätslösungen angepaßt werden, wie z.B. in der Luft als Stratosfera Volatile, ein eVTOL, das mittels vier ummantelten Rotoren an der Oberseite mit bis zu 250 km/h fliegt, oder als solarbetriebener Flugballon.
Details zum Einsatz des Fahrgestells zu Lande gibt es bislang nicht, weitere Varianten wie ein Unterseeboot oder eine Schneekatze befinden sich in der Entwicklung. Zwar wird mitgeteilt, daß die 2011 gegründete Firma Jet Capsule Srl mit Sitz in Neapel das Stratosfera bis Mitte 2022 auf den Markt bringen will, doch dies ließ sich bislang nicht bestätigen.
Vom November 2022 stammt wiederum der Entwurf Pangeos, eine schwimmende Stadt, die doppelt so groß wie das römische Kolosseum ist und Hotels, Einkaufszentren, Parks, Schiffs- und Flughäfen sowie alle anderen Einrichtungen umfaßt, die für die Unterbringung von bis zu 60.000 Gästen mitten im Meer erforderlich sind. Falls es realisiert wird, wird das schildkrötenförmige, 550 m lange und bis zu 550 m breite Schiff das größte jemals gebaute sein.
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Ein weiteres Projekt mit Alleinstellungsmerkmal bildet die Mega-Yacht Collossea, die ab März 2024 nicht nur in den Fachblogs, sondern auch in der Mainstream-Presse erscheint. Die 204 m lange und 37,5 m hohe Superyacht ist eine Art Luxus-Flugzeugträger, der als Brücke ein Solarluftschiff nutzt, das sich auf Wunsch ausklinken läßt, um für Touren weit oberhalb des Wassers oder des Landes genutzt zu werden. Um mit Energie versorgt zu werden, ist die obere Hälfte fast vollständig mit einem riesigen Solardach bedeckt.
Während der Fahrt auf dem Wasser würde das 106 m lange Luftschiff als Kommandozentrale und Unterkunft dienen, außerdem sollen die Propeller beim Vortrieb der Yacht helfen, die ansonsten durch drei HTS-Triebwerke (Hochtemperatur-Supraleiter-Motoren) angetrieben wird und eine Höchstgeschwindigkeit von 22 Knoten erreicht. Colossea ist vollständig aus Kohlefaser konzipiert, von den inneren Strukturen bis zur äußeren Oberfläche des Luftschiffs.
Dessen Entwurf ist dem legendären Luftschiff Norge nachempfunden, das sich 1924 erstmals in die Luft erhob und berühmt dafür ist, 1926 den Nordpol überflogen zu haben. Die neue Version soll in der Lage sein, zehn Tonnen Nutzlast zu heben und neben der Crew aus zehn Personen bis zu 24 Gäste zu beherbergen. Etwa die gleiche Menge hätte zusätzlich auf der Yacht Platz, die zudem einen Landeplatz für Helikopter sowie mehrere Decks mit Pools besitzt.
Im Inneren des Colossea-Luftschiffs befinden sich 22 isolierte Abteile mit verschiedenen Installationen wie Flüssigwasserstoff-Tanks (LH2), Batterien, Kabinen usw., wobei das Gesamtvolumen der Trägergaskammern 30.000 m3 beträgt. Dasselbe LH2 dient zur Deckung des Energiebedarfs der vier Triebwerke, die das Luftschiff auf eine geschätzte Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h (etwa 90 Knoten) bringen können.
Ein konkreter Preis ist nicht zu erfahren, Schätzungen der Medien sprechen aber von einer Milliarde US-Dollar. Auf Lazzarinis Homepage sind noch viele weitere interessante Designs zu sehen, umgesetzt wurde davon bislang aber nur wenig.
Weiter mit den Elektro- und Solarschiffen... (Jahresübersicht 2022 in Arbeit)
Nach den Elektroschiffen wenden wir uns nun der dritten Dimension zu und schauen uns an, wie die Entwicklung auf dem Sektor der Elektro- und Solarflugzeuge seit ihrem Beginn verlaufen ist.
Weiter mit den Elektro- und Solarfluggeräten...